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Wie Teilzeitjahre die Altersvorsorge schwächen und warum frühes Sparen das verhindert

08. April 2026

Frühes Sparen kompensiert finanzielle Lücken durch Teilzeit

Teilzeitbeschäftigung kann über Jahrzehnte spürbare Einbußen beim Vermögensaufbau bedeuten. Besonders deutlich wird das bei langfristigen ETF‑Sparplänen, weil der Zinseszinseffekt in frühen Jahren am stärksten wirkt. Wer früh beginnt, kann spätere Mindereinnahmen teilweise ausgleichen.

Ein Rechenbeispiel macht das aus Sicht von Privatanlegern deutlich: Legt eine Person ab dem 30. Lebensjahr monatlich 300 Euro in einen ETF‑Sparplan an und erzielt im Mittel 7,5 Prozent Rendite pro Jahr, wächst das Depot bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren auf rund 730 000 Euro. Die Summe der Einzahlungen liegt in diesem Modell bei etwa 136 800 Euro, der Rest entsteht durch die langfristige Verzinsung.

Bleibt die gleiche Person jedoch zwischen 30 und 40 Jahren in Teilzeit und zahlt in dieser Phase nur 150 Euro monatlich, steigt die Sparrate danach wieder auf 300 Euro, dann summieren sich die Einzahlungen bis zum Renteneintritt auf rund 118 800 Euro. Das Depot erreicht in diesem Szenario nur noch etwa 529 000 Euro. Der Unterschied beträgt damit mehr als 200 000 Euro und ist vor allem auf den geringeren Zinseszinseffekt in den frühen Jahren zurückzuführen.

Auch abgeschwächte Teilzeitmodelle führen zu hohen Verlusten: Bei einer Dreiviertelstelle fehlen am Ende häufig noch immer sechsstellige Beträge im Depot. Die Zahlen beruhen auf Berechnungen des Vergleichsportals Verivox und veranschaulichen, wie empfindlich langfristiger Vermögensaufbau auf temporär niedrigere Sparraten reagiert.

Statistiken zeigen, dass von den Folgen vor allem Frauen betroffen sind. Das Statistische Bundesamt meldet, dass rund 49 Prozent der Frauen in Teilzeit arbeiten, während der Anteil bei Männern bei etwa 12 Prozent liegt. Diese Struktur führt dazu, dass Teilzeitphasen die Altersvorsorge vieler Frauen deutlich schwächen.

Finanzexpertinnen und -experten raten, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu planen. Verivox‑Expertin Melanie Ulbrich weist darauf hin, dass Paare bei unvermeidbaren Teilzeitphasen prüfen sollten, ob ein finanzieller Ausgleich möglich ist, damit spätere Versorgungslücken gemindert werden. Weitere sinnvolle Schritte sind das frühzeitige Anlegen kleiner Sparraten, schrittweises Erhöhen der Einzahlungen, Nutzung steuerlich geförderter Vorsorgebausteine und regelmäßige Überprüfung der eigenen Anlagestrategie.

Praktische Tipps für Betroffene:

  • Früh beginnen: Auch geringe Beiträge profitieren über Jahrzehnte vom Zinseszinseffekt.
  • Automatisch besparen: Ein ETF‑Sparplan mit monatlichem Dauerauftrag reduziert Vergesslichkeit.
  • Rücklagen aufbauen: Ein Notgroschen verhindert, dass Sparpläne bei Engpässen ausgesetzt werden müssen.
  • Partnerschaftlicher Ausgleich: gemeinsame Planung kann Versorgungslücken verringern.
  • Regelmäßig prüfen: Rendite, Kosten und Anlagedauer kontrollieren und anpassen.

Autorin: Cornelia Bauer aus Speyer

Der Bericht stützt eine Nachricht von: wochenblatt-reporter.de

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