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Teilzeit als Erfolgsmodell: Wie eine Klinik mit flexiblen Arbeitszeiten Gesundheit und Motivation stärkt

04. März 2026

Teilzeit stärkt Motivation und Gesundheit der Belegschaft

Bad Nauheim – Die Kerckhoff-Klinik macht Teilzeit zum strategischen Personalinstrument. Von den 1 469 Beschäftigten arbeiten rund 74 Prozent in reduzierten Stundenmodellen. Personalchefin Selina Rührgartner-Beranek sieht darin nicht nur einen Trend, sondern ein Mittel, um Arbeitsbelastung zu mindern und die Versorgungsqualität dauerhaft zu sichern.

Die Klinik bietet eine außergewöhnliche Vielfalt an Dienstzeitgestaltungen: Mehr als 1 000 verschiedene Arbeitszeitmodelle reichen von fünf bis 42 Wochenstunden. Die häufigste Wahl ist eine Reduktion um fünf bis zehn Stunden gegenüber Vollzeit, gefolgt von klassischen Halbtagsstellen. Wichtig sei, so Rührgartner-Beranek, dass diese Flexibilität für alle Berufsgruppen gilt – vom Pflegefachpersonal bis hin zu Bereichsleitern und Chefärzten.

Warum Teilzeit attraktiv wird

Als Treiber für die wachsende Nachfrage nach Teilzeit nennt die Personalchefin vor allem die hohe physische und emotionale Belastung im Gesundheitswesen. Maßnahmen wie rückenschonende Betten werden mit reduzierten Wochenstunden kombiniert, um die körperliche Gesundheit der Mitarbeitenden zu erhalten. Daneben spielen Elternschaft und Weiterbildung eine große Rolle.

  • Pflege: körperliche Beanspruchung und emotionale Belastung bei Angehörigengesprächen und schweren Krankheitsverläufen
  • OP- und Funktionsdienst: langes Arbeiten unter hoher Konzentration und das Tragen schwerer Schutzkleidung
  • Medizintechnische Dienste: hoher Präzisionsanspruch und Verantwortung für Diagnostik
  • Verwaltung, Service, Logistik und Reinigung: ebenfalls belastende Arbeitsbedingungen trotz anderer Anforderungen

Ein Wandel in der Wahrnehmung

Die Personalstruktur zeigt ebenfalls einen Wandel: Mit 959 Frauen und 346 Männern ist die Belegschaft deutlich weiblich geprägt. Zugleich hat sich das Rollenbild geändert, da inzwischen viele Medizinstudierende weiblich sind und Teilzeit nach Familienphasen selbstverständlich in die Karriereplanung eingebettet wird. Rührgartner-Beranek betont, dass heute jede Stundenanzahl als vollwertig betrachtet werde und Teilzeitkräfte gleichberechtigt zählen.

Organisation als Investition

Die große Vielfalt an Arbeitszeitmodellen bedeute einen erheblichen organisatorischen Aufwand, räumt die Klinikleitung ein. Dennoch sei dies eine bewusste Unternehmensentscheidung: Flexible Modelle erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit, führen zu höherer Motivation, geringerer Krankenquote und fördern die langfristige Bindung von Mitarbeitenden.

Die Sicherheit der Patientenversorgung bleibt dabei oberste Priorität. Teilzeitmodelle werden so geplant, dass kritische Dienste durch zuverlässige Schichtplanung und verpflichtende Vollzeitnachweise in bestimmten Bereichen gewährleistet sind. Die Klinik sieht Teilzeit somit nicht als Risiko, sondern als Möglichkeit, Leistung und Gesundheit in Einklang zu bringen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: wetterauer-zeitung.de

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