Teilzeitarbeit erreicht historischen Höchststand in Deutschland
Teilzeitarbeit in Deutschland erreicht historisches Rekordniveau
Der Trend zur reduzierten Erwerbsarbeit setzt sich fort: 2025 lag die Teilzeitquote unter abhängig Beschäftigten bei 31,9 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchststand. Knapp jede dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeitete demnach mit verringerter Stundenzahl.
Teilzeitende arbeiteten 2025 im Mittel 21,3 Stunden pro Woche, das sind zwei Stunden mehr als noch 2015. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten blieb mit 39,9 Stunden nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr, bewegt sich jedoch leicht unter dem Niveau von vor zehn Jahren.
Frauen und Ältere prägen den Anstieg
Von dem Rekord sind besonders Frauen betroffen: Mehr als jede zweite Frau arbeitete 2025 in Teilzeit, die Quote lag bei 50,6 Prozent. Bei Männern stieg die Teilzeitquote deutlich, blieb aber mit 14,3 Prozent deutlich niedriger als bei Frauen. Während 2015 erst etwa jeder zehnte Mann teilzeitlich tätig war, hat sich dieser Anteil seither merklich erhöht.
Auch das Alter beeinflusst die Teilzeitbeteiligung stark. Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Quote deutlich zu: Unter Beschäftigten im Alter von 55 Jahren arbeitete etwa ein Drittel teilzeitlich, bei 65-Jährigen war es bereits mehr als die Hälfte und unter 70-Jährigen lag der Anteil bei gut 90 Prozent. Besonders ausgeprägt bleibt die Teilzeit unter Eltern: Rund zwei Drittel der erwerbstätigen Mütter mit Kindern unter 18 Jahren waren teilzeitbeschäftigt, bei Vätern war der Anteil deutlich geringer.
Gesellschaftliche und wirtschaftliche Implikationen
Die anhaltende Zunahme von Teilzeitbeschäftigung stellt Politik und Wirtschaft vor Fragen zur Arbeitsorganisation, Lohnentwicklung und Altersvorsorge. Längere wöchentliche Arbeitszeiten bei Teilzeitbeschäftigten bedeuten einerseits eine höhere Erwerbsbeteiligung, andererseits bleiben Unterschiede bei Einkommen und Karriereperspektiven bestehen. Die Debatte über flexible Arbeitsmodelle und Anreize für partnerschaftlichere Aufteilung von Familienarbeit dürfte damit weiter an Bedeutung gewinnen.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen, wie stark Teilzeitarbeit inzwischen die Struktur des Arbeitsmarkts prägt und welche Herausforderungen sich daraus für Beschäftigte wie Arbeitgeber ergeben.

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