Teilzeitarbeit erreicht neuen Höchststand in Deutschland
Teilzeitbeschäftigung erreicht Rekordniveau
Das Statistische Bundesamt meldet für 2025 einen neuen Spitzenwert bei Teilzeitarbeit: 31,9 % der abhängig Beschäftigten in Deutschland waren im vergangenen Jahr in Teilzeit tätig. Die Erhebung aus Wiesbaden macht deutliche Geschlechterunterschiede sichtbar.
Während 50,6 % der Frauen einen reduzierten Stellenumfang hatten, traf dies nur auf 14,3 % der Männer zu. Besonders ausgeprägt ist der Trend bei Eltern: Knapp zwei Drittel der erwerbstätigen Mütter mit Kindern unter 18 Jahren arbeiteten teilzeit, bei den Vätern lag der Anteil bei 8,6 %.
Auch ohne Kinder sind Frauen häufiger in Teilzeit als Männer. Unter 25- bis 49-jährigen Erwerbstätigen ohne Kinder hatten 24,8 % der Frauen einen Teilzeitjob, bei den Männern dieser Altersgruppe waren es 12,3 %.
Mit zunehmendem Alter steigt die Teilzeitquote deutlich an. Rund ein Drittel der 60-Jährigen arbeitete in Teilzeit, bei den 65-Jährigen lag der Anteil bei 53,4 %. Besonders deutlich steigt die Teilzeitquote bei Personen, die über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten.
Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Teilzeitkräften: 2025 lag sie bei 21,3 Stunden und damit zwei Stunden über dem Wert von 2015. Arbeitszeitforscherinnen sehen darin das Signal, dass längere Teilzeitmodelle in den Berufsverläufen angekommen sind und nicht mehr nur als kurzzeitige Lösung gelten.
Yvonne Lott vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut betont, dass es bei der Debatte um Arbeitszeit nicht nur um Quantität gehe, sondern um Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Dem gegenüber steht die Forderung von Bundeskanzler Friedrich Merz nach mehr Arbeitszeit als Beitrag zur Sicherung des Wohlstands.
Die Zahlen aus Wiesbaden stellen Politik, Unternehmen und Gewerkschaften vor die Herausforderung, Vereinbarkeit, Gleichstellung und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in Einklang zu bringen. Die Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit flexibler Modelle, die sowohl Familienbedarfe als auch Fachkräfteanforderungen berücksichtigen.

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