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Unsichtbare Kosten: Wie Teilzeitarbeit Mütter bis zur Rente viel Geld kostet

13. Mai 2026

Teilzeit kostet Mütter Hunderttausende Euro bis zur Rente

Berlin – Wer seine Arbeitszeit aus familiären Gründen reduziert, zahlt oft einen Preis, den die meisten erst Jahrzehnte später realisieren. Neben dem geringeren laufenden Einkommen schwinden die Möglichkeiten, privat fürs Alter vorzusorgen; der Zinseszinseffekt verstärkt die Verluste über Jahre hinweg.

Eine praxisnahe Beispielrechnung macht das Ausmaß deutlich: Wer ab 30 Jahren monatlich 300 Euro in einen breit gestreuten ETF-Sparplan einzahlt und mit einer langfristigen Rendite von etwa 7,5 Prozent rechnet, könnte bis zum Renteneintrittsalter von 67 Jahren ein Depotvermögen von rund 730 000 Euro aufgebaut haben, obwohl insgesamt etwa 136 800 Euro eingezahlt wurden. Reduziert dieselbe Person ihre Sparrate in einer Lebensphase von zehn Jahren auf 150 Euro monatlich und kehrt danach zur vollen Rate zurück, bleibt am Ende nur noch ein Vermögen von etwa 529 000 Euro übrig – mehr als 200 000 Euro weniger als im kontinuierlichen Vollzeit-Szenario.

Hinzu kommen reduzierte Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung: Teilzeitphasen führen nicht nur zu kleineren Ersparnissen, sie drücken auch die spätere Rentenzahlung. Selbst eine Abschlagsvariante auf Dreiviertelstelle hinterlässt im Rechenbeispiel noch einen fünfstelligen Nachteil gegenüber durchgehender Vollzeitarbeit.

Warum Frauen häufiger betroffen sind

In Deutschland sind Frauen deutlich öfter in Teilzeit als Männer. Strukturelle Gründe reichen von unzureichenden Ganztagsangeboten für Kinder bis zu steuerlichen Anreizen für Einverdienerhaushalte. Viele Eltern reduzieren die Erwerbsarbeit in der Kinderphase und kehren nicht vollständig zur vorherigen Arbeitszeit zurück, obwohl die Kinder älter werden.

Langfristige Folgen und soziale Risiken

Die finanziellen Folgen zeigen sich oft erst spät: Wer jahrzehntelang weniger spart und geringere Rentenansprüche hat, steht im Alter vor knappen Belastungsgrenzen. Trennungen im höheren Alter können die Lage zusätzlich verschärfen. Ohne gezielten Ausgleich droht Altersarmut vor allem für diejenigen, die unentgeltliche Familienarbeit übernommen haben.

Was helfen kann

  • Partnerschaftliche Ausgleichszahlungen oder gezielte private Rücklagen können langfristige Nachteile mildern.
  • Frühzeitige finanzielle Planung und gegebenenfalls vorübergehend höhere Sparraten nach Teilzeitphasen nutzen den Zinseszinseffekt.
  • Politische Maßnahmen wie bessere Ganztagsbetreuung und steuerliche Anpassungen würden die strukturelle Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit gerechter gestalten.

Die Rechnung ist einfach, die Konsequenzen sind massiv: Wer heute Stunden reduziert, zahlt morgen möglicherweise deutlich mehr als nur entgangenes Einkommen. Eine Mischung aus individueller Vorsorge, partnerschaftlichem Ausgleich und staatlicher Infrastruktur ist nötig, um die Last langfristig gerechter zu verteilen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: merkur.de

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