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Teilzeit auf Rekordkurs: Mehr Menschen reduzieren Stunden, arbeiten trotzdem durchschnittlich länger

06. Juni 2026

Teilzeitquote erreicht Rekordwert, Wochenarbeitszeit steigt

Berlin, 5. Juni 2026 — Immer mehr Erwerbstätige in Deutschland entscheiden sich für eine reduzierte Wochenarbeitszeit. Die aktuellen vorläufigen Ergebnisse des Mikrozensus des Statistischen Bundesamts zeigen einen neuen Höchststand der Teilzeitquote, zugleich aber eine Zunahme der durchschnittlich geleisteten Stunden unter Teilzeitbeschäftigten.

Im Jahr 2025 lag die Teilzeitquote bei rund 32 Prozent und stieg damit leicht gegenüber 2024, als sie bei 31,3 Prozent lag. Zum Vergleich: 2015 arbeiteten noch etwa 28,7 Prozent in Teilzeit. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Teilzeitkräften im Zehnjahresvergleich um rund zwei Stunden von 19,3 auf 21,3 Stunden.

Bei den Vollzeitbeschäftigten dagegen ging die reguläre Wochenarbeitszeit leicht zurück: von 40,5 Stunden im Jahr 2015 auf 39,9 Stunden im Jahr 2025. In bestimmten Branchen bestehen weiterhin abweichende tarifliche Regelungen, die regionale Unterschiede auslösen können.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bleiben groß

Die Erstergebnisse des Mikrozensus machen deutlich, dass sich die Erwerbsformen nach wie vor stark entlang der Geschlechtergrenzen verteilen. Nur etwa die Hälfte der erwerbstätigen Frauen arbeitet in Vollzeit (49,4 Prozent), bei den Männern sind es knapp 86 Prozent. Auffällig ist jedoch, dass auch bei Männern die Teilzeitquote seit 2015 deutlich zugenommen hat und jetzt einen neuen Spitzenwert erreicht.

Rechtlicher Rahmen und Motive

Der Anspruch auf eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit ist im Teilzeit- und Befristungsgesetz geregelt: Beschäftigte in Betrieben mit in der Regel mehr als 15 Mitarbeitenden können eine Verringerung ihrer Arbeitszeit schriftlich beantragen. Ein Arbeitgeber kann diesen Wunsch nur ablehnen, wenn betriebliche Gründe dem entgegenstehen. Hinter dem Wunsch nach Teilzeit stehen unterschiedliche Motive, etwa familiäre Betreuung oder das Bedürfnis nach mehr Freizeit und Balance zwischen Beruf und Privatleben.

Folgen für Arbeitsmarkt und Politik

Die Entwicklung wirft Fragen zur wirtschaftlichen Absicherung, zur Organisation von Arbeit und zur Lohndynamik auf. Länger arbeitende Teilzeitkräfte bedeuten für Unternehmen und Sozialversicherungssysteme veränderte Planungsbedingungen. Für die Politik bleibt die Herausforderung, ausreichend flexible Arbeitsmodelle mit fairer Entlohnung und sozialer Absicherung zu verbinden.

Die vorgestellten Zahlen beruhen auf dem Mikrozensus, in dem Daten von abhängig Beschäftigten ab 15 Jahren in Hauptwohnsitzhaushalten erfasst wurden. Teilzeit wurde dabei als jede vertraglich vereinbarte Arbeitszeit definiert, die weniger Stunden umfasst als bei vergleichbaren Vollzeitpersonen üblich.

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