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Hessen im Arbeitsbarometer: Mehrheit verweist Vorwurf der Arbeitsfaulheit zurück und fordert flexible Teilzeit

05. Mai 2026

Mehrheit in Hessen sieht keine allgemeine Arbeitsfaulheit

Wiesbaden – In einer Online-Befragung des Meinungsbarometers HR FRAGT haben sich 5 211 Menschen in Hessen zu Arbeit, Zufriedenheit und Teilzeit geäußert. Das Stimmungsbild fällt klar aus: 74 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer lehnen die Aussage ab, in Deutschland werde zu wenig gearbeitet.

Die Antworten zeigen unterschiedliche Perspektiven. Susanne, 51, aus Südhessen meint «Deutschland arbeitet zu wenig, weil sich Arbeitslosengeld mehr lohnt als ein einfacher Job». Marco, 51, aus Mittelhessen berichtet, dass viele Menschen mehrere Jobs bräuchten, um über die Runden zu kommen. Lars, 32, aus dem Rhein‑Main‑Gebiet hebt hervor, «weniger Stunden am Band heißt nicht automatisch, dass am Ende weniger produziert wird».

Hohe Zufriedenheit und gute Vereinbarkeit

Die Mehrheit der Befragten ist zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz: 82 Prozent geben an, sehr zufrieden oder zufrieden zu sein, nur 17 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Für viele trägt dazu bei, dass sich Arbeit, Familie und Privatleben gut vereinbaren lassen: 78 Prozent bewerten die Vereinbarkeit als sehr gut oder eher gut.

Starker Rückhalt für Teilzeitmodelle

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage ist die breite Zustimmung zu Teilzeitarbeit: Acht von zehn Befragten halten Teilzeitarbeit grundsätzlich für alle möglich. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei den 16‑ bis 29‑Jährigen, von denen 91 Prozent Teilzeitoptionen für alle befürworten. Nur 16 Prozent sehen Teilzeit nur unter bestimmten Voraussetzungen als gerechtfertigt. Hans‑Peter, 67, aus Südhessen, betont, dass angepasste Arbeitszeiten Motivation und Zufriedenheit erhöhen würden. Diana, 54, aus Nordhessen, mahnt zu Solidarität: «Teilzeit braucht Regeln, sonst dürfen andere nicht dauerhaft die Arbeit allein schultern».

Arbeitsklima wichtiger als reine Stunden

Auf die Frage, was den Hessen bei der Arbeit am wichtigsten ist, steht das Arbeitsklima mit 56 Prozent an erster Stelle. Auf den Plätzen folgen eigenverantwortliches Arbeiten mit 54 Prozent und der Verdienst mit 40 Prozent. Die HR FRAGT‑Redaktion wertet die Ergebnisse als Stimmungsbild und weist darauf hin, dass die Befragung nicht repräsentativ ist, aber wertvolle Einblicke in Erwartungen und Prioritäten in Hessen liefert.

Weitere Details der Befragung hat HR FRAGT veröffentlicht. Die Debatte zeigt: Es geht nicht nur um die Anzahl geleisteter Stunden, sondern um Flexibilität, Fairness und gute Bedingungen am Arbeitsplatz.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: tagesschau.de
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