Ehepaar Kroll macht Ehrenamt zum Nebenjob und hält den Vereinsbetrieb am Laufen
Ehrenamt übernimmt Aufgaben eines Teilzeitjobs
Gera. Elisa und Steffen Kroll investieren einen Großteil ihrer Freizeit in den Postsportverein Bieblach-Ost und sorgen damit dafür, dass der Amateurfußball vor Ort weiterlebt. Aus dem Spieler wurde ein Co-Trainer, aus einer fahrdienstlichen Unterstützung eine feste Aufgabe: Das Engagement des Ehepaars gleicht inzwischen einem weitreichenden Nebenjob.
Seit Jahren kümmern sich die Krolls um Training, Fahrten zu Auswärtsspielen und die Betreuung der Jugendmannschaften. Elisa koordiniert Abläufe und Elternkontakte, Steffen steht als Co-Trainer an der Linie und organisiert den Materialtransport. Beide kümmern sich außerdem um die Platzpflege und kleinere organisatorische Aufgaben, die in vielen Vereinen oft unerwähnt bleiben.
Für das Paar ist das nicht nur Pflicht, sondern Herzenssache. «Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche hier eine verlässliche Anlaufstelle haben», sagt Elisa. Die Arbeit koste Zeit und Nerven, bringe aber auch große Befriedigung, ergänzt Steffen: «Ohne Ehrenamt läuft hier nichts.»
Der Verein steht stellvertretend für viele lokalen Sportclubs, die in Zeiten knapper Kassen und wandender Infrastruktur zunehmend auf freiwilliges Engagement angewiesen sind. Die Krolls sprechen offen über die Belastung: Regelmäßige Wochenstunden, kurzfristige Einsätze und die Vereinbarkeit mit Beruf und Familie verlangen Organisationstalent und Rückhalt im Umfeld.
Gleichzeitig zeigen sie, wie ein aktives Ehrenamt das Vereinsleben stärkt. Dank ihres Einsatzes bleiben Trainingseinheiten stabil, Jugendliche finden Perspektiven, und der Verein kann Wettbewerbe bestreiten. Vereinsvorstände betonen, dass Ehrenamtliche wie Elisa und Steffen unverzichtbar seien und oft weit mehr leisteten als formal erwartet.
Die Geschichte der Krolls ist ein Plädoyer für mehr Anerkennung und Unterstützung für Ehrenamtliche: finanzielle Förderung, bessere Infrastruktur und Anerkennungsformen könnten helfen, die Belastung zu senken und Engagement langfristig zu sichern. Bis dahin bleibt ihr Einsatz eine tragende Säule des regionalen Fußballs in Gera.
Von Fanny Zölsmann, Lokalreporterin