Arbeitsministerin fordert gesetzlichen Anspruch auf Stundenerhöhung für Teilzeitkräfte
Gesetzlicher Anspruch auf mehr Stunden soll Teilzeit flexibilisieren
Wien — Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann von der SPÖ hat einen Vorstoß unternommen, der die Rechte von Teilzeitbeschäftigten stärken soll: Sie plädiert für die Einführung eines gesetzlich verankerten Anspruchs auf Stundenerhöhung. Ziel ist es, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr Planbarkeit und Erwerbsperspektiven zu geben.
Der Vorschlag trifft auf geteilte Reaktionen. Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeberseite zeigten sich irritiert und warnten vor zusätzlicher Bürokratie und möglichen Belastungen für kleine Betriebe. Die Arbeiterkammer begrüßte die Initiative hingegen als wichtigen Schritt gegen prekäre Beschäftigungsformen und für mehr soziale Gerechtigkeit.
Auch die oppositionellen Grünen zeigten sich positiv gestimmt und forderten zugleich klare Regelungen, die Missbrauch verhindern und die Umsetzung für Beschäftigte wie für Unternehmen praktikabel machen. Schumann kündigte an, das Thema weiter vorantreiben zu wollen und in Gespräche mit Sozialpartnern und Interessensvertretungen zu treten.
Konkrete Fragen bleiben offen
Unklar ist derzeit, wie ein solcher Anspruch rechtlich ausgestaltet werden könnte: Sollen Mindestzeiträume für die Erhöhung gelten, wie schnell müssten Arbeitgeber reagieren, und welche Ausnahmen wären denkbar? Ebenso ungeklärt ist die Finanzierung möglicher Begleitmaßnahmen, etwa für kleinere Betriebe, die zusätzliche Personalplanung erfordern.
Arbeitsrechtsexpertinnen und -experten sehen in dem Vorstoß jedoch eine Gelegenheit, die Balance zwischen betrieblichen Erfordernissen und individuellen Lebensentwürfen zu verbessern. Für viele Teilzeitbeschäftigte, insbesondere Frauen, bedeute eine gesetzlich verankerte Möglichkeit zur Stundenerhöhung bessere Chancen auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und damit auf mehr finanzielle Sicherheit.
- Arbeitgeber warnen vor Mehraufwand und Kosten
- Arbeiterkammer und Grüne sehen Fortschritt für Erwerbsperspektiven
- Details zur Umsetzung und rechtliche Ausgestaltung noch offen
Ministerin Schumann kündigte an, die Diskussion auf nationaler Ebene fortzuführen und mögliche Modelle gemeinsam mit Sozialpartnern zu prüfen. Die Debatte dürfte die kommende Arbeitsmarktpolitik intensiv begleiten.

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