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Verdi warnt vor «Zwangsteilzeit» im Einzelhandel und macht Arbeitgeber verantwortlich

31. März 2026

Verdi sieht Teilzeitpraxis als systemisches Problem im Handel

Düsseldorf — Die Gewerkschaft Verdi hat in Nordrhein-Westfalen ihre Forderungen für die laufende Lohn- und Gehaltsrunde im Einzelhandel verabschiedet und schärft damit den Ton gegenüber den Arbeitgebern. Zentraler Kritikpunkt ist die hohe Quote an Teilzeitbeschäftigten, die Verdi als Folge von betrieblichem Druck und unzureichender Personalpolitik bezeichnet.

Nach Angaben der Tarifkommission in Nordrhein-Westfalen sorgt die verbreitete Praxis, Arbeitszeit zu reduzieren oder Beschäftigte dauerhaft in kleine Teilzeitverträge zu drängen, für finanzielle Unsicherheit und eingeschränkte Lebensplanung vieler Beschäftigter. Verdi spricht von «Zwangsteilzeit» und fordert Maßnahmen, die Vollzeitoptionen stärken sowie planbare und existenzsichernde Arbeitszeiten garantieren.

Die Gewerkschaft verlangt in der aktuellen Tarifrunde neben Lohnerhöhungen vor allem verbindliche Regelungen zur Arbeitszeitgestaltung, zusätzliche Vollzeitstellen und einen verlässlicheren Schutz vor willkürlichen Verkürzungen. Verdi argumentiert, dass es Aufgabe der Arbeitgeber sei, Personalbedarf so zu planen, dass Beschäftigte nicht gezwungen werden, ihre Stunden zu reduzieren, um unternehmerische Kosten zu kompensieren.

Für die Betroffenen bedeuten kurze oder unsichere Arbeitszeiten oft geringere Einkünfte, schwierige Kredit- und Wohnungssituationen sowie Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Verdi betont, dass bessere tarifliche Rahmenbedingungen und Nachsteuerung bei Schichtplanung und Einsatzzeiten entscheidend seien, um die soziale Stabilität der Belegschaften zu sichern.

Die Tarifrunde wird in den kommenden Wochen fortgesetzt. Verdi kündigt an, in den Verhandlungen auf konkrete Zusagen zur Reduzierung von Zwangsteilzeit und zur Schaffung verlässlicher Vollzeitperspektiven zu drängen. Arbeitgeberverbände sind aufgerufen, entweder durch betriebliche Vereinbarungen oder durch tarifliche Regelungen Lösungen vorzulegen.

Hintergrund: Die Debatte um Teilzeitquoten im Einzelhandel hat in den letzten Jahren an Fahrt gewonnen, da der Sektor traditionell überdurchschnittlich viele Teilzeitverträge aufweist. Verdi sieht dies als strukturelles Problem, das sowohl Lohnkosten als auch Arbeitsqualität betrifft.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: lebensmittelzeitung.net

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