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Katholische Unternehmer warnen vor Gefährdung des Standorts durch Verteuerung von Minijobs

05. September 2026

Bund Katholischer Unternehmer sieht Minijobs durch höhere Abgaben in Gefahr

Deutschlandweit reagieren Unternehmen des Bunds Katholischer Unternehmer besorgt auf die geplanten Änderungen bei Minijobs. Nach dem Koalitionskompromiss im Juli sollen Arbeitgeberabgaben und Pauschalsteuern ab 2027 deutlich steigen, was aus Sicht des Verbands die Flexibilität kleiner Beschäftigungsformen untergräbt und Personalkosten erhebt.

Der Bundesvorsitzende Martin Nebeling betont die Bedeutung von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen als flexibles Instrument für Unternehmen. Der Verband fürchtet, dass eine Verteuerung durch steigende Pauschalsteuer von derzeit zwei auf fünf Prozent sowie höhere Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung kleine Betriebe und Dienstleister zusätzlich belastet.

Entbürokratisierung statt Aufschläge

Der BKU fordert statt höherer Abgaben eine Entbürokratisierung und mehr Flexibilität bei Verdienstdeckeln und Arbeitszeitmodellen. Michael Gude, Schatzmeister des Verbandes, kritisiert die geplanten Regelungen als bürokratische und wirtschaftsfeindliche Hürden. Er warnt davor, dass steigende Personalkosten die Standortattraktivität Deutschlands schwächen könnten.

Besondere Sorge um Zweitverdiener

Der Verband macht auf die sozialen Verwerfungen aufmerksam, die ein Abschaffen oder eine volle Sozialversicherungspflicht für Nebenverdienste nach sich ziehen könnte. Konkret sieht Gude Risiken für Zweitverdiener in Steuerklasse V: Dort drohten ab dem ersten Euro hohe Grenzsteuersätze kombiniert mit rund 20 Prozent Sozialabgaben, während die späteren Rentenansprüche nur marginal steigen. Als Alternative schlägt der BKU die Verankerung eines ausreichend hohen Freibetrags im Einkommensteuergesetz vor.

Hintergrund zum Verband

Der Bund Katholischer Unternehmer wurde 1949 gegründet und vereint mehr als 1 100 Inhaber, Selbstständige und leitende Angestellte in 34 Diözesangruppen. Der Verband versteht sich als Brücke zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik und entwickelt nach eigenen Angaben werteorientierte Konzepte für Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Die Debatte um die Zukunft der Minijobs bleibt damit offen: Während die Bundesregierung eine Verteilungsfrage und stärkere Absicherung in den Mittelpunkt stellt, pochen Arbeitgebervertreter auf Erhalt flexibler Beschäftigungsmodelle und praktikable Entbürokratisierung.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: domradio.de
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