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Arbeitsmarkt im Wandel 2026: Rückgang der Erwerbstätigen bei wachsender Produktivität

04. Juni 2026

Erwerbstätigkeit sinkt, Produktivität steigt

Osnabrück — Im ersten Quartal 2026 ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland deutlich gesunken, während die Produktivität weiter zunahm. Laut Mitteilung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB ging die Gesamtsumme der Erwerbstätigen um 160 000 auf 45,64 Millionen zurück. Gleichzeitig verzeichnete die Stundenproduktivität ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich besonders im Beschäftigungsumfang: Vollzeitstellen gingen zurück, Teilzeit nahm zu. Konkret sank die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 1,0 Prozent, während Teilzeit um 0,9 Prozent wuchs. Die Teilzeitquote stieg damit auf 40,1 Prozent.

Kompensation durch längere Teilzeitarbeit

Das IAB weist darauf hin, dass der Rückgang vieler Vollzeitstellen teilweise durch eine Ausweitung der Arbeitszeiten in Teilzeit ausgeglichen wird. Nach Berechnungen des Instituts entfielen rund 270 000 Vollzeitjobs, während nur etwa 150 000 Teilzeitstellen hinzukamen. Dennoch arbeiteten Teilzeitbeschäftigte im Durchschnitt länger; Minijobs gingen weiter zurück.

  • Tarifliche Wochenarbeitszeit insgesamt: 30,42 Stunden
  • Durchschnittliche Wochenarbeitszeit Vollzeit: 38,15 Stunden, nahezu konstant
  • Durchschnittliche Wochenarbeitszeit Teilzeit: 18,88 Stunden, Anstieg um 0,3 Stunden
  • Arbeitszeit pro Erwerbstätigen im Quartal: 344,2 Stunden, Zuwachs von 0,3 Prozent zum Vorjahr
  • Arbeitsvolumen im Quartal: 15,7 Milliarden Stunden, leicht rückläufig

Weniger Krankmeldungen, weniger Kurzarbeit

Weitere Indikatoren deuten auf eine leichte Entspannung hin: Der Krankenstand ging gegenüber dem Vorjahr von 6,5 auf 6,1 Prozent zurück. Nach ersten Hochrechnungen verringerte sich die Zahl der Personen in Kurzarbeit um 91 000 auf nun 438 000.

Ökonomisch gesehen deutet das Muster auf einen Arbeitsmarkt hin, der sich strukturell verändert: Weniger Erwerbstätige leisten im Schnitt wieder mehr Stunden, die Art der Beschäftigung verschiebt sich zugunsten flexiblerer Modelle, und die Produktivität steigt trotz des Rückgangs der Beschäftigtenzahlen. Für Politik und Unternehmen ergeben sich daraus neue Herausforderungen bei der Gestaltung von Arbeitszeitmodellen, sozialer Absicherung und Qualifizierung.

Die HASEPOST-Redaktion hat den Beitrag auf Grundlage der IAB-Analyse redaktionell aufgearbeitet und lokal kontextualisiert. «mit KI bearbeitet»

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